Bad Wiessee, Permakultur

»Wir haben die klassische Urproduktion: Gemüse, Obst, Fleisch, Getreide. Alles, was mit unserem Boden machbar und möglich ist. Eine kleine und vielfältige Bewirtschaftung. Wir streuen damit das unternehmerische Risiko und produzieren nur so viel, dass wir es auch sicher an den Endverbraucher bringen. Wenn ich Überschüsse an den Einzel- und Großhandel abgeben muss, zahle ich definitiv drauf. Je vielfältiger wir uns aufstellen, desto weniger Abfall produzieren wir. Bei uns wird alles genutzt. Neben der Produktion haben wir die Veredelung. Ungefähr die Hälfte unserer Produktion verarbeiten wir. Was dazu führt, dass wir nichts wegschmeißen, nur weil es Normmängel hat. In der Veredelung stecken Gewinnsprünge drin, teilweise auch unerklärlich hohe. Wenn ich unser Getreide verkaufe, bekomme ich sehr wenig dafür. Brot daraus zu backen, lohnt sich für uns. Natürlich muss ich die Arbeit leisten können.

Beides, das rohe Produkt und das veredelte, vermarkten wir am Hof, ungefähr zu gleichen Anteilen. Und dann haben wir noch das Hofcafé, wo wir Kleinstmengen nutzen können. Aus etwas Obst, das sich nicht lohnt, eingeweckt zu werden, können wir dort einen Kuchen anbieten. Die Nachfrage nach gesundem Gemüse ist groß. Wir haben uns erst mit der Zeit getraut, mehr anzubauen, und dann einen Mitarbeiter dafür angestellt. Das war für uns die größte Herausforderung. Jeder Bauer muss ja sehen, was auf seinem Land funktioniert. Wir haben eben hier einen sonnigen Flecken, wo alles gut gedeiht, aber wir probieren auch viel aus. Und versuchen nichts wegzuschmeißen, zuletzt kann man dann die Schweine noch gut damit füttern.«

Markus Bogner führt den Boarhof gemeinsam mit seiner Frau Maria nach den Prinzipien der Permakultur. In den unterschiedlichen Biotopen, die auf dem Boarhof entstanden, entwickeln sich zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Hier wird Gemüse und Obst kultiviert, es werden Rinder, Schweine, Gänse, Enten, Hühner und Bienen gehalten. Die älteste Tochter Sophie Bogner hat die Landwirtschaftsschule

abgeschlossen und arbeitet mit im elterlichen Betrieb.

Mehr Info zu Café, hofladen und seminaren: brotzeit-leben.de